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sim cardNun ist es auch mir passiert: Facebook hat mein Konto nach mehr als zehn Jahren Zugehörigkeit gesperrt. Ich soll eine Telefonnummer angeben um einen zu empfangenden SMS-Code auf der FB-Website einzugeben. Ansonsten bleibt mein Konto gesperrt. Dies diene Ausschließlich dem Schutz meines Profils. Keinesfalls wollte Facebook noch mehr persönliche Daten von mir haben.
Am Poppes die Diebe! Der Herr Zuckerberg bekommt so wenig echte Daten von mir, wie möglich (--> tote-pixel.de).

Was mache ich nun?

In meinem Handy habe ich gleich zwei Prepaid-Karten: Eine für Gespräche, eine für Daten. Die für Gespräche hat eine sehr, sehr geile Telefonnummer und ist anonym, hat aber teueres I-Net. Die andere SIM-Karte hat kostenloses LTE (ab 100 MB langsamer, reicht für Whats & Co), aber eben irgendeine belanglose, uncoole Telefonnummer und ist auf meinen echten Namen registriert. Trotzdem werde ich den Teufel tun und dem alten Suckerberg diese Nummern mitteilen.

Okay, Ich habe nun genau zwei (recht bequeme) Möglichkeiten (und eine ganz bequeme):

1.) kostenlose Variante: die SIM-Karte wird aber an die persönliche Adresse meiner Katze gesendet. Ich habe schon Karten auf meinen Hund registriert (-->heise.de). Wirklich kostenlos? Frag hat die Ente! (--> duckduckgo.com)

2.) Ich kaufe eine SIM-Karte im Laden und gebe bei der notwendigen Registrierung im Internet einen Fantasienamen unter einer realer Adresse an.
Natürlich registriere ich die Karte nicht auf eine reale Person! Das ist unnötig und asozial. Es wird durch den Mobilfunkanbieter i.d.R. nur die Straße und die Hausnummer geprüft, nicht die Personendaten.

Zu beachten ist, wenn man wirklich anonym bleiben will: Im Laden die Karte natürlich bar bezahlen. Die Karte in einem Wegwerf-Handy benutzen. Die hängen meist mit bei den SIM-Karten und kosten rund einen Zehner. Gut, das ist für die wirklich paranoiden Leute, denn der Absender einer SMS (Facebook in meinem Fall) bekommt nicht die IMEI-Nummer des Gerätes angezeigt. Die IMEI-Nummer ist (wie die MAC-Adresse eines PCs oder eines Routers) die eindeutige und (normaler Weise) weltweit einzigartige Identifizierungsnummer des Endgerätes (Handy, Notebook oder Surfstick). Der Mobilfunkbetreiber verknüpft (Stichwort: anlasslose Vorratsdatenspeicherung (--> heise.de)) die IMEI mit der Telefonnummer in seiner Datenbank.

Nachteil
beider Varianten: Die sind anonym nur noch bis zum 01.07.2017 möglich.

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Nach dem 01.07.2017 wird es unbequem:
Da müsste man sich eine Prepaid-Karte während des Urlaubs im europäischen Ausland kaufen. Diese Karten kann man ganz einfach in das Telefon stecken und drauflos telefonieren. Die muss man meistens eben nicht registrieren. Dank kostenlosen Roaming kann man die Karte auch in Deutschland weiterhin betreiben.

Problem dabei:
Natürlich wird der Nutzer so einer Karte für die Schlapphüte dann besonders interessant. Diese Telefonnummer wird mit der IMEI des Endgerätes verknüpft und landet im Vorratsdatenspeicherpool – auf den die Geheimdienste Zugriff haben. Klar soweit. Auf Facebook wird diese Nummer ggf. veröffentlicht (wenn Ihr die Privatsphäreneinstellungen nicht anpasst). Auch darauf haben Geheimdienste Zugriff, macht Euch nichts vor. Wie gesagt: So eine Karte würde ich nur für die Zwangsregistrierung bei sozialen Medien o.ä. benutzen. Einfach in ein Billig-Handy (ohne GPS!) stecken, Akku raus und in die Schublade legen. Wird es benötigt, schalte ich es ein. Vorzugsweise fernab meiner eigenen Funkzelle.

Warum (sind) werden anonyme Preapid-SIM-Karten quasi verboten?
Vorgeblich wegen der Terrorgefahr (--> heise.de). Da darf ich doch mal silberhell lachen, lieber Herr Innenminister de Misere! Wenn irgendwelche rechtsradikalen Bundeswehrsoldaten (ein Offizier!) mit Migrationshintergrund-Vornamen (Franco A.) sich als Asylanten registrieren (--> spiegel.de) können, dann hat doch ein echter Terrorist alle Möglichkeiten der Welt, sich eine SIM-Karte auf falschen Namen und mit falschem Pass zu bestellen! Oder er besorgt sich eine im beliebigen Ausland. Es gibt deswegen bereits eine Klage (--> netzpolitik.org) vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Ist die Benutzung von anonymen SIM-Karten wirklich verboten?
Nein, bisher nicht (---> tarnkappe.info). Aber der Betreiber kann so eine Karte jederzeit sperren. Jeden Tag werden in Deutschland durch die Behörden rund 10.000 Telefonnummern abgefragt (---> teletarif.de). Momentan ist eine nicht korrekte (vollständige) Prüfung der Kundendaten nur für die Netzbetreiber strafbar (--> gesetze-im-internet.de).

Ist jeder, der Prepaid-Karten auf seinen Hund registriert oder eine anonyme SIM-Karte benutzt, ein Terrorist?
Gott bewahre! Auch wenn die ich-habe-doch-nichts-zu-verbergen-Fraktion (--> tote-pixel.de) einem dies sofort unterstellen wird, so gehört die Möglichkeit zur anonymen Kommunikation doch zu den digitalen Grundrechten und ist ein Akt der digitalen Selbstverteidigung. Whistleblower (--> vdw-ev.de) sind für die Gesellschaft und die Demokratie von enormer Wichtigkeit. Internetausdruckende Politiker wie Günther Oettinger (--> wikipedia.de) oder Thomas de Maizière (--> wikipedia.de) sehen das aus diversen Gründen etwas anders (--> hochrhein-zeitung.de). :-) Wie lautet der Spruch doch gleich? "Lasst unser Internet in Ruhe, oder wir nehmen euch die Faxgeräte weg!" (--> sueddeutsche.de).

Ist eine anonyme SIM-Karte auch sicher?
Naja, über die IMEI-Nummer, die gestohlenen Schlüsselcodes (--> spiegel.de) und durch Trojaner auf Smartphones ist eine wirklich sichere anonyme Kommunikation schwierig. Meine o.a. "anonyme" (nicht auf mich persönlich registrierte) SIM-Karte ist natürlich nicht mehr anonym. Warum? Hauptursache ist, dass ich diese Karte in mein Handy mit Dual-SIM-Funktion (mögen deutsche Netzbetreiber nicht --> teletarif.de) gesteckt habe. Mein Lenovo K3 Note hat natürlich zwei IMEIs, aber ich habe definitiv bereits beide Karten in den Slots vertauscht und so wurden bei Telefonica beide IMEIs mit beiden SIM-Karten verknüpft. Das heißt, dass die anonyme Karte bereits mit meiner echten Identität verknüpft wurde.

Und in Zukunft?
Die eSIM (--> heise.de) kommt. Damit wird die gute alte, austauschbare und fest programmierte SIM-Karte überflüssig. Das ist bequem für die Benutzer, für die Netzbetreiber und natürlich für die Geheimdienste. Jedes Ding im Internet wird eine eSIM haben. Toll (--> computerwoche.de feiert das), dann muss man es nicht mehr im eigenem WLAN anmelden und auch die Netzbetreiber und der ganze Rattenschwanz danach wird sich über eine Flut persönlicher Daten, teils aus der intimsten Privatsphäre freuen. Ich rede gar nicht davon, dass die Schllüsselcodes dieser Geräte sicher auch bald geknackt oder zum Kauf im Darknet bereit stehen werden. Damit hat jeder Einbrecher direkten Zugriff auf die Haushalte und kann sogar bequem abschätzen ob sich der Bruch lohnt.

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Was ist jetzt mit dem Kampf gegen den Terror und die organisiere Kriminalität?

Tja, die ganzen schönen Überwachungsgesetze sind nur zum Nachteil für eine Personengruppe: dem unbescholtenen Bürger!
Warum ist das so?

Dunkle Gestalten gleich welcher Couleur schreiben sich keine Whats App, benutzen keine Facebook-Messenger oder öffentliche Internetforen und sie lassen sich durch Prepaid-Registrierungspflicht auch nicht von ihrem Tun abhalten. Für uns ist ein Smartphone vielleicht teuer, aber für die Drahtzieher finsterer Machenschaften doch nicht.

Manche Politiker glauben vielleicht an die Wirksamkeit dieser Überwachung, aber die glauben wirklich vieles. Und die wollen auch widersprüchliche Forderungen durchsetzen (--> deutschlandfunknova.de). Bei dieser Politikergeneration ist Hopfen und Malz verloren. Die sind bis ins Mark analog und verstehen die Welt nicht, in der die Bürger leben. Sie haben Angst vor uns und wollen uns nur durch ziellosen Aktionismus einlullen (--> zeit.de).

Gefahren der Überwachung
Wir bauen momentan einen Überwachungsstaat in einem nie erträumten Ausmaß auf. Hört Ihr das leise, schrille Kreischen? Ja, das ist George Orwell (--> wikipedia.de), der in seinem Grab rotiert! Mit 50.000 Umdrehungen in der Minute! Freunde, was glaubt Ihr eigentlich, was passiert, wenn so ein Überwachungsapparat in falsche (undemokratische) Hände gerät?
Kann nicht passieren?
Unserer freiheitlich-rechtlichen Demokratie und -Grundordnung tendenziell eher ablehnend gegenüber stehende Parteien (wie die AfD) werden in Deutschland nie an die Macht kommen? (--> faz.net)
Hallo?
Ist Donald Trump der 45. Präsident der USA geworden?
Aber egal, der deutsche Michel hat ja nichts zu verbergen (--> tote-pixel.de).

Was spricht für Prepaid?
"Warum PrePaid? Kannst Du Dir keinen ordentlichen Vertrag mit einem iPhone oder einem Galaxy leisten?"
Ich kaufe meine Handys nicht auf Pump!. Punkt, aus!

Ja, auch ein Handyvertrag zählt als Finanzierung und belastet Euren Schufa-Eintrag! Ich will nicht protzen, aber bei meinem Scoring bekam selbst der Berater eines bundesweit bekannten Finanzdienstleisters große Augen und meinte, dass keiner von den Kollegen in seiner Firma so ein gutes Scoring hätte. Das soll auch so bleiben, also kaufe ich nichts auf Ratenzahlungen und habe nur Prepaid-Karten.
Ist Dir egal?
Was mir das bringt? Im Falle eines Falles bekomme ich deutlich günstigere Konditionen bei einer Immobilien- oder Kraftfahrzeugfinanzierung. Jedes Deiner "1-Euro"-Handys kostet Dich nachher mehrere Tausend Euro bei einer Hausfinanzierung. Tolles Geschäft, Kevin! Tolles Geschäft!

Mal am Rande: Die Schufa ist einer der größten Datensammler und -händler in Deutschland.
Erwähnte ich, dass ich generell etwas gegen Datensammler habe?

Wir haben in Deutschland doch total viele Mobilfunkanbieter und sind als digitaler Standort technologisch führend!
Nein, die haben wir nicht und wir führen auch nichts an.
Wir haben genau drei Anbieter:
- Telekom
- Vodafone
- Telefonica
Die teilen sich den Markt einträchtlich zu je rund 33% auf und sind an einer Konkurrenz überhaupt nicht interessiert. Wir zahlen also in Deutschland rund 10-fach überteuerte Preise für mobiles Internet wie im europäischen Vergleich.
Technologisch führdend sind wir daher absolut nicht. Wir sind weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze (--> dfmonitor.eu).

Und was ist nun mit Deinem Facebook-Account?
Meine Katze hat nun nicht nur ihren eigenen Email-Account, sondern auch noch einen eigenen Mobilfunkanschluß. Meinen Glückwunsch, Hugo.
Viel Spass mit der Nummer, Zuckerberg!

sita papier
(Hugo und die AGB des Mobilfunkbetreibers)

Update
Nur wenige Stunden nach der Sperrung bekam ich Mails von Bekannten, dass mein Account wieder online wäre. Warum war Zuckerberg meine Telefonnummer nicht mehr so wichtig? Weil er mich mehr braucht als ich ihn.

Mal ohne Scheiss und falscher Arroganz. Es kommt nicht auf die Menge der Freunde an, sondern auf die Intensität der Kommunikation und der Wichtigkeit der Person als Hub im Netzwerk. Immer dran denken: "Wir sind nicht die Kunden von Facebook, wir sind die Ware." Man wirft ja nicht eine Ware weg, wenn die noch gut ist, oder?

Zudem kommt sicher, dass ich bei der Frage, warum denn die Hilfestellung bei der Facebook-Kontosperrung nicht hilfreich gewesen sei, antwortete, dass ich kein Mobiltelefon mit SIM-Karte hätte. Dass ich überhaupt ein Mobiltelefon benutze, weiss Facebook natürlich durch den Useragent bzw. die Nutzung der FB-App.

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