Bilder von den Autos einiger Freunde und Verwandten – und meine eigenen. Meist so aus den 80ern.

Ich fange einfach mit dem ältesten Bild an: das mit den Big-Jim-Camper. Ich hatte es als Kind Anfang der 1970er mit einer Agfa-Poket gemacht. Wir stellten diese Szene später sogar mit einem VW LT-Bus nach, mit dem wir 1987 in den Urlaub fuhren. Zu Eurem Glück trugen wir dabei aber – im Gegensatz zu den Big-Jim-Firguren – T-Shirts.

Den LT hatten wir eigentlich aus Letzthand erworben. War die kurze und flache Version mit 75-PS-Audi-Zweiliter Benziner und kam im aparten Signalorange der Baustellenfahrzeuge daher. Aussen lackierten wir ihn wie den A-Team-Bus, nur komplett in schwarz mit rotem Streifen an der Seite. Doppelte Chrom-Auspuffblenden ragten unter dem Schweller hervor. Die Zusatzscheinwerfer waren genauso ein Fake. Aber der rote GTI-Kühlergrill war Ehrensache. Innen lackierten wir den Bus beige und die Polster bezogen wir teils in Natooliv. War so eine Art Safari-Military-Look.

Die Innenausstattung bauten wir aus einer alten Einbauküche zusammen. Wir hatten nachher alles an Board, was das Herz begehrt: Sitzbank, Tisch, Fernseher (nie benutzt), Sound"system" und ein Einbaubett im Heck mit riesigem Kofferraum darunter. Die Scheiben waren dunkel geönt. Auf dem Dach wackelte auch eine  extralange CB-Funkantenne (DV 27-s), deren Stehwelleneinstelldingens uns bei der Durchfahrt unter einer Brücke dann auch prompt abbrach.

Was ne Karre. Der Motor bestach vor allem durch dauernde Überforderung. Einen kleinen Pass am Gardasee konnten wir nur im ersten(!) Gang bewältigen! Hinter uns bildete sich eine ansehnliche Schlange entnervter Einheimischer und Urlauber diverser Nationen. Da kann man nur sagen: Stau ist nur hinten schlimm, vorne ist es ganz nett.

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Unvergessen auch unser abendlicher Stop in Cannes. Harry öffnete die Seitentür an der Strandpromenade. Irgendwie musste er übersehen haben, dass sich in dem Loch der Trittstufe eine äusserst ansehnliche Menge von leeren Bierdosen gesammelt hatte. Die fielen natürlich laut scheppernd auf den Asphalt. Guter, stilechter Aufmerksamkeitserreger.

Navis gab es damals nur in SciFi-Filmen. So landeten wir natürlich in Monaco direkt vor dem Casino. Harry nickte noch herablassend dem entgeistert schauendem Personal zu – die Hand mit der Bierdose hing dabei plakativ zum Beifahrerfenster heraus.

Da war dann auch noch der monegassische Bulle (Alter, was haben die für respekteinflössende Uniformen!), der uns anhielt und nach Drogen fragte. Irgendwie lag mir auf der Zunge, ob er welche kaufen wollte. Im Interesse der geplanten Weiterfahrt konnte ich mir das aber gerade noch verkneifen.

Man mag es glauben oder nicht, aber wir hatten Abends auf dem Weg von Monaco nach Sanremo tatsächlich ein Rennen mit einem Ferrari! In der Stadt forderten wir ihn mit aufheulendem Motor und kurzem Anfahren zu einem Ampelduell heraus. Der Typ war schon völlig abgenervt, weil wir echt alles gaben, wärend er vermutlich im ersten Gang von Ampel zu Ampel zuckelte.

Boris unterlegte das Ganze noch mit einer Synchronisation. Er stellte sich vor, dass die Insassen Rodriguez und Claudia hiessen und sprach deren Dialoge nach. Als Beispiel: "Rodriguez! Tu was! Diese Proleten wollen uns überholen! Gib Gas, du hast doch 400 PS!". Rodriquez, mit depressiven Unterton: "Ja, aber... aber die haben einen Doppelrohrauspuff!".

Die Strasse war an einer Stelle wirklich so übel mit Schlaglöchern übersäht, dass wir den Ferrari tatsächlich stehen gelassen haben. Er musste dann einige Kilometer hinter uns herfahren, was ihm augenscheinlich nicht gefiel. Er bog plötzlich schneidig nach rechts ab und war verschwunden. Einige Zeit später schoss er uns aber von rechts – im Powerslide, aus einer Seitenstrasse heraus – direkt vor den Kühler. Claudia war in dem Moment sicher sehr stolz auf ihren Rodriguez! Wir aber auch!

Der Anlasser hatte auch eine Macke. Er hingt, wenn man ihn nicht vor dem Abstellen des Motors noch einmal krachend drehen liess. Komisch, der Boris hat immer vergessen, diese Prozedur vorzunehmen, so dass wir den Bus regelmässig anschieben mussten. Frühsport wird gründlich überschätzt!

big-jim-camper
Wie zu erwarten stand, war das Photo aus der Agfa Poket im laufe der Jahre völlig vergilbt. Mit Photoshop konnte ich es etwas aufpeppen, aber das Grün hatte es total zersetzt. Das musste ich nachträglich einfärben. Sieht man an den Kanten. (Insiderwitz)

vw lt bus
Das LT-Bild ist auch so eine Nummer: Harrys Mutter schnitt uns die Köpfe ab. Auf einem anderen Bild fehlte dann der Matze. Aus zwei mach eins – dank Photoshop. Leider sind die ganzen Verfärbungen in den Bildern, die mit der Zeit entstehen, eher verlaufender Natur. Auf auslaufende Ebenenmasken hatte ich echt keinen Bock, das ist ne Sauarbeit, das deckend auf die Fehler zu legen. Vor allem aber ist die korrekte Anpassung der Farbtöne ein echter Alptraum. Also will ich mal keinen Mecker wegen den sichtbaren Kanten hören.

Mein erstes Auto war ein schwarzer Autobianchi A112 Abarth 70 HP. Die Karre versaut einem den Fahrstil für den Rest des Lebens. :-/ Man kann sich heute gar nicht mehr so recht vorstellen, wie ein Auto mit "nur" 70 PS abgehen kann. Desweiteren war die Qualität auch jenseits heutiger Vorstellungskraft. Ich kaufte das Auto mit fünf Jahren und 70.tkm auf der Uhr. Der Zustand war sehr gut. Nur zwei Durchrostungen (die man sehen konnte). Der Klang, die Giftigkeit und die subjetiv empfundenen Fahrleistungen sind schon grandios gewesen. Das Auto endete in der Presse.

A112 Speed Bewegungsunschaerfe


Das Bild entstand damals, in dem wir einen Wagenheber auf der Beifahrerseite ansetzten und mit einem Besen Staub aufwirbelten. Am Steuer sitzt der Matze. In der "Neuzeit" retuschierte ich mein Knie aus dem Bild und fügte mehr Staub und Dreck sowie Bewegungsunschärfen hinzu. Nun ist es so, wie wir uns das seinerzeit vorgestellt hatten.

 

Mein zitronengelber BMW1502, mein zweites Auto, wurde seinerzeit von einem Audi Coupé in einer 30er-Zone abgeschossen. Klar, dass der da nicht 30 fuhr. ;-) Im Kofferraum befand sich noch ein Ersatzgetriebe, dass ich an dem Tag einbauen wollte. Gut, das hatte sich dann auch erledigt.

bmw 1502

Den weissen Citroen CX 2400 GTI, mein drittes Auto, kann man wie folgt zusammenfassen: "Denn sein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!" Die Drehzahl konnte in der Stadt im fünften Gang unter Leerlaufdrehzahl fallen, ein Tritt auf das Gaspedal und das Ding zog ohne brummeln einfach voran. Auf der Autobahn lief er bis Tachoanschlag 210 und dreht dann noch munter 500(!) Touren weiter bis zur Nenndrehzahl. Innen blau, mit Lupentacho und einer Heckaussenjalousie war die Ausstattung schon fast pornös. Unvergessen das Gesicht des armen Beifahrers im Opel Manta GTE, der meinte, er müsse uns auf der AB an einem Berg überholen. Wir waren zu fünft und winkten ihm fröhlich nach, als er zurückfiel.
Ihm wurde der Reifenverschleiss zum Verhängsnis, denn TRX-Reifen von Michelin kosteten damals mehr, als die Kiste wert war. Gab ihn in Zahlung. Vorher putzte ich ihn nocheinmal. Was war das für ein Schmutzfilm da innen/unten an der Tür? Man reiben. *knirsch*. Äh? Gut, der ist perfekt sauber. Unter dem Lack war alles nur noch Rost.
Nach dem Austausch der Papiere meinte der Verkäufer nur: "Scheisse! Jetzt habe ich einen CX auf dem Hof!"
Tja, wie recht er hatte...

citroen cx 2400 gti

Der Citroen Visa meiner Mutter lief wie die Hölle. Jedenfalls, wenn sie am Steuer sass. Sie konnte das Ding auf der Autobahn immer auf 170 treten, bei uns wollte das die Karre nie machen. Sensationell das Armaturenbrett mit der "Coladose". Bemerkenswert der seidige und leise Motorlauf (war ein Vierzylinder, kein Entenmotor). Komfort und Reisetauglichkeit outstanding, Qualität unterirdisch.

citroen visa

Da ist auch Matzes BMW 320/6, mit dem er öfter Mal auf der Südtangende die Geschwindigkeitsbegrenzung (100 km/h) nicht nur signifikant überschritten hatte. Um nicht zu sagen: Er setze einen dicken Haufen drauf und verblies sie um mehr als das Doppelte. Heute genauso unvorstellbar wie der Spritverbrauch dieses Doppelvergaser-Umweltmonsters.

bmw 320

Das Opel Kadett C Coupé ging bei uns im Bekanntenkreis erst von meinem Cousin zum Boris (auf dem Bild) und dann zum Matze. Die Kiste demonstrierte eindrucksvoll, was das Wort "Opelgold" meint. Die Türen waren unten vollkommen durch und an der A-Säule trennte sich diese automaobile Todesfalle auf, als sie auch der Hebebühne stand. Die astmatischen 75 PS waren mit dem brettharten Koni-Gelb-Fahrwerk und den 205er Schlappen komplett überfordert. Ampelduelle mit meinem A112 Abarth verlor er regelmässig und ich fuhr Kreise um ihn. Hmmm, kann auch an den vollkommen ausgeschlagenen Querlenkern gelegen haben, dass ich Kreise mit dem Abarth fuhr....

kadett c coupe

 

Kommentare  

# quarkbeutel 2014-05-04 12:25
hehe - den "big jim" camper hab ich noch irgendwo inner kiste rumfliegen 8)
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